Pingguo
Pingguo
Lost in Beijing – Pingguo 苹果
Pingguo (Fan Bingbing) und ihr Ehemann An Kun (Tong Dawei) kommen vom Land in die große Sadt Peking, um endlich ein besseres Leben zu finden. Doch auch hier, in dieser aufstrebenden Metropole mit ihren glitzernden Wolkenkratzern und unzähligen Baukränen, können sie der Armut nicht entkommen. Denn An Kuns Arbeit als Fensterputzer und Pingguos Tätigkeit in einem Massagesalon bescheren dem Paar nur einen mickrigen Lebensunterhalt. So leben die beiden in einem schäbigen Appartement in den Hutongs, An Kun frustriert, seine Frau verzweifelt. Die Lage ändert sich, als Pingguos Chef, Lin Dong (Tony Leung), die junge Frau eines Abends im Rausch vergewaltigt und An Kun durch das Fenster, das er gerade putzt, alles mit ansieht. In der Hoffnung, endlich an Geld zu kommen, versucht An Kun Lin zu erpressen. Dieser weigert sich jedoch, so dass An Kun dessen Frau Wang Mei (Elaine Jin) alles beichtet und die beiden schließlich ein Affäre beginnen. Und als ob diese Vierecksgeschichte nicht schon kompliziert genug wäre, wird Pingguo auch noch schwanger. Da niemand weiß, wer der Vater ist, schließen die beiden Männer einen Deal um das Baby, bei dem es um sehr viel Geld geht. Die Gier nach Reichtum und Wohlstand lässt An Kun jede Moral vergessen. Doch wird Pingguo schweigend hinnehmen, dass sie und ihr Kind als Ware verschachert werden?
Die Weltpremiere des Films bei der Berlinale 2007 war in China ein Skandal, denn das Chinese Film Bureau hatte „Lost in Beijing“ in der Originalversion nicht freigegeben. Man verlangte von der Regisseurin Li Yu die Änderung von mehr als 53 Einstellungen, da diese einige explizite Sexszenen beinhalten. Diese konnten jedoch nicht so kurzfristig umgeschnitten und untertitelt werden, so dass man sich dazu entschied, die ungekürzte – in China verbotene – Fassung dennoch zu zeigen. Dies brachte ihr eine Nominierung für den Goldenen Bären ein. „Lost in Beijing“ ist bereits der dritte Film der jungen Regisseurin Li Yu. Der Zuschauer taucht ein in die boomende Metropole Peking, er bewundert den schillernden Aufstieg Chinas zu einer Weltwirtschaftsmacht und erhascht gleichzeitig einen Blick auf die schmutzige Kehrseite dieser rasenden Entwicklung.
Letzte Änderung von Thomas Crone am 15.04.2008 um 12:20
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